Wortmeldungen in der 4. GR-Sitzung
Wortmeldung zu TOP Nr.10, Lfd.Nr. 06 (Laimer u. Sparkasse Bad Ischl) der GR-Sitzung vom 08.07.2004
Der geplanten Neuerrichtung eines Geschäftshauses am Auböckplatz (ehemaliges Pfandl-Haus) stehen wir nach wie vor grundsätzlich positiv gegenüber. Soll doch dabei auch die Amadeus-Filiale von der Pfarrgasse hierher übersiedeln. Somit würde sich die einzigartige Möglichkeit eröffnen, das geplante Bürgerservicebüro der Gemeinde ebenerdig, und somit kundenfreundlich leicht erreichbar, direkt in der Pfarrgasse in der Nähe des Gemeindeamtes einzurichten.
Wenn es aber richtig ist, dass sich das so genannte Pfandl-Haus in einem denkbar schlechten baulichen Zustand befindet, dann sollte doch ein an diesem zentralen Platz mitten im Zentrum neu errichtetes Haus, zu keiner Verschlimmerung, sondern zu einer Verbesserung des Ortsbildes beitragen.
Hier sollten wir doch wirklich aus zahlreichen Planungsfehlern der Vergangenheit gelernt haben, welche das Ortsbild teils ganz massiv beeinträchtigen Aus Unwissenheit oder Ignoranz wurde damals mit der unwiederbringlichen historischen Bausubstanz der Kaiserstadt Bad Ischl oftmals Schindluder getrieben - zahlreiche Betonbunker-Bauten geben davon Zeugnis.
Im vorliegenden Entwurf des planenden Architekten können wir keineswegs eine Verbesserung des Ortsbildes erkennen. Im Gegenteil. Der vorgelegte Entwurf orientiert sich eher an einer schon überwunden geglaubten Betonplatten-Architektur des angrenzenden Gebäudes, denn an der Charakteristik historischer Gebäude der Umgebung. Dabei sind wir der Überzeugung, dass der nunmehr agierende Vorstand der Sparkasse Bad Ischl aus heutiger Überlegung und in Verantwortung der Stadt Bad Ischl gegenüber, einen solchen Betonklotz mitten im Ortszentrum der Stadt in der heutigen Zeit so nie und nimmer errichten würden.
Das geplante neue Haus am Auböckplatz 1, welches zweifellos der Bauordnung entspricht, würde sich aber nach unserer Meinung wie zum Trotz nahtlos in die Reihe der so genannten funktionellen Zweckbauten einreihen, welche, an zentralen Plätzen gelegen, das Ortsbild von Bad Ischl nachhaltig verschandeln.
Dabei geht es hier, unserer Meinung nach, nicht so sehr um eine architektonische Geschmacksfrage, sondern auch um eine Wertefrage. Wir GRÜNE bekennen uns dabei klar zur Erhaltung und Revitalisierung der historischen Bausubstanz unserer Stadt. Da dies mit dem vorliegenden Plan für einen Neubau eines Geschäftshauses am Auböckplatz nicht gelungen ist, stellt die Fraktion der GRÜNEN nachfolgendes
Ersuchen:
Der planende Architekt wird nochmals eindringlich ersucht, seinen vorgelegten Plan zur Neuerrichtung eines Geschäftsgebäudes am Auböckplatz 1 zu überarbeiten. Dabei sollte sich ein neuer Entwurf klar an der Charakteristik historischer Gebäude in Bad Ischl orientieren. Der neue Entwurf soll danach in der neu gegründeten Stadtmarketing-Projektgruppe "Architektur" beraten und danach zur weiteren Bearbeitung an den zuständigen Ausschuss der Gemeinde übermittelt werden.
Wir sind der Überzeugung, dass der nunmehr vorliegende Plan keineswegs die letzte Möglichkeit zur Gestaltung dieses Gebäudes darstellen kann.
Wir stellen daher den
ANTRAG
die vorliegende Änderung des Bebauungsplanes "Altstadt Linkes Trauufer" der Stadtgemeinde Bad Ischl, Abänderung, Einleitung des Genehmigungsverfahrens, betreff laufende Nr. 06 bis auf weiteres zurückzustellen.
Bericht von der 4. GR-Sitzung vom 08.07.2004
Abstimmung: Alle eindringlichen GRÜN-Appelle, sich als Gemeinderat in dieser wichtigen städtebaulichen Angelegenheit doch eine kleine kreative Nachdenkpause zu gönnen, verhallten leider ungehört. Frei nach dem Motto: "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Brutto-Bau-Produkt" wurde dieser GRÜNE-Antrag von allen anderen Fraktionen abgelehnt.
Man darf daher mehr als gespannt sein, welcher kreative Wunderbau an Ort und Stelle des alten Pfandl-Hauses ortsbildverträglich in den Himmel ragen wird ...
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