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Antrag Projektvorbereitung Haidenhof 260608

Antrag zu TOP 28b) der >>>24. Gemeinderatssitzung
vom 26. Juni 2008

Haidenhof <<< Rettet den Haidenhof - JETZT !


Haidenhof

Projekt Haidenhof, Projektvorbereitung


GRÜNE Bad Ischl, 07.06.2008, 22:13

Einst war der Haidenhof bei Bad Ischl ein Treffpunkt der Stars. Jetzt verfällt das einstige Herrschaftshaus immer mehr. Der Film „Leben für die Herrschaft“ von Sina Moser widmet sich dem Haidenhof und den früheren Besitzern, der Familie Robinson. Dieser Streifen gibt dabei einen guten Einblick in das damalige Leben im Salzkammergut und den Lebensstil der Herrschaften. Ursprünglich war der Haidenhof ja als Poststation errichtet worden. Im Jahre 1870 wurde er zu einem Wohn- und Ökonomiegebäude umgebaut. Im Zuge von Um- und Zubauten in den 1930er Jahren erhielt er sein heutiges Erscheinungsbild.

Seit dem Tod der letzten Besitzer, der Familie Robinson, befinden sich Gebäude und angrenzendes Grundstück im Besitz der Stadtgemeinde Bad Ischl. Trotz einiger geringfügiger Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten verschlechterte sich der Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes immer mehr. Nach einer mehr als 60-jähriger Geschichte dieses Hauses, in dem viel Prominenz aus der Film- und Operettenwelt ein- und ausgingen, scheint der Haidenhof nun immer mehr dem Untergang geweiht. Zwar gab es immer wieder kleine Ansätze zur Rettung des denkmalgeschützten Haidenhofes. So sollte hier etwa ein Willi-Dungl-Wellness-Hotel entstehen. Auch von einem Skidachhotel mit angeschlossenem Tropenbad wurde fantasiert.

Ein konkretes Forschungsprojekt im Rahmen des Projektes „Haus der Zukunft“ beschäftigt sich mit einer „Ökologische Mustersanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes mit Passivhaustechnologien“. Geht es nach den Plänen der daran beteiligten Institute der Universität für Bodenkultur Wien und der Technischen Universität Graz, soll das ehemalige Wohngebäude zu einer Kunst- und Kulturakademie umgestaltet werden. Aber auch diese Pläne lagern schon einige Jahre leider nur noch in irgendeiner Gemeindeschublade. Der Haidenhof verfällt immer mehr.

Im Februar 2006 trifft den Haidenhof ein weiterer Schicksalsschlag. Am 10. Tag der Schneedruck-Katastrophe in Bad Ischl stürzen das Dach und damit auch Teile des Wirtschaftstraktes ein. Die Schneemassen hatten dem schon lange morschen Gebälk den Rest gegeben. Der Wirtschaftstrakt des Haidenhofes musste daraufhin wegen akuter Einsturzgefahr gänzlich abgerissen werden.

Auch das Sturmtief „Emma“ vom März 2008 meinte es nicht gut mit dem Haidenhof. Der Sturm hat nicht nur einige Bäume im Park umgerissen. Auch zahllose Fenster gingen dabei zu Bruch, Teile des Hausdaches wurden beschädigt.

Eine umfassende Sanierung und Revitalisierung der baulichen Substanz ist ebenso dringend nötig wie ein nachhaltiges Nutzungskonzept. Nach einer im Rahmen des Projektes Haus-der-Zukunft erstellten umfangreichen universitären Forschungsarbeit, soll der Haidenhof einer ökologischen Mustersanierung mit Passivhaustechnologien unterzogen werden.

Eine besondere Herausforderung stellt bei diesem Vorhaben das Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und moderner technischer Gebäudesanierung einerseits und die Entwicklung eines zukunftsweisenden Nutzungskonzeptes mit architektonischer Umsetzung andererseits dar. Ein wichtiges angestrebtes Ziel ist es, ein Vorbild und Beispiel für nachhaltige Sanierung des ländlichen Gebäudebestandes zu schaffen.

Am Grundstück stehen derzeit etwa 2500 m² Nutzfläche und ca. 40.000 m² Grünfläche in günstigster Lage zur Verfügung. Das Nutzungskonzept sieht ein lokales, multifunktionales Zentrum für kunst- und kulturell orientierte, überregionale Institutionen vor, das gleichzeitig auch als Ausbildungs- und Lehrstätte genutzt werden kann. Angestrebt wird die Institutionalisierung einer Kunst- und Kulturakademie des inneren Salzkammergutes, die neben Malerei, Musik, Schauspiel und Kleinkunst ihr Programm auch auf Kochkunst oder Weinkultur erweitern kann. Aufbauend auf einer umfangreichen Grundlagen- und Bestandsaufnahme wurde ein Vorentwurf erstellt, der eine räumliche Umsetzung des vorgeschlagenen Konzeptes darstellt.

Für das bestehende Gebäude wurde eine umfassende Schadens- und Zustandsanalyse durchgeführt, aus der sich folgende Ergebnisse ableiten lassen. Diese Dokumentation liegt der Stadtgemeinde bereits seit einigen Jahren vor.

Die Fundamente des Gebäudes zeigten damnach keine Auffälligkeiten und wiesen auch keine nennenswerte Feuchtebelastung auf. Das Mauerwerk war mit wenigen Ausnahmen nur gering durchfeuchtet und die Salzbelastung als sehr gering einzustufen. Lediglich im Eingangsbereich liegt durch eine defekte Regenableitung eine höhere Feuchtigkeitsbelastung vor. Weitere örtlich erhöhte Feuchtewerte sind auf einen dichteren Außenputz und die fehlende Beheizung zurückzuführen. Schon damals wurde auf folgenden Sachverhalt eindrücklich hingewiesen: „Die auffälligsten Schäden waren im Dachstuhl festzustellen, bei dem durch Wassereintritt, Fäulnis und Wurmbefall Konstruktionshölzer bereits stark angegriffen sind. Teilweise fehlen überhaupt Konstruktionselemente wie Streben, Windaussteifungen, usw.“

Die technisch-ökologischen Planungsziele für die weitere Bearbeitung des Projektes bleiben hohe Energieeffizienz durch passive Nutzung der Solarenergie, Wärmedämmung, Be- und Entlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und Abdeckung des restlichen Wärmebedarfs durch regenerative Energiequellen. Ebenso werden eine thermische und hygrische Selbstregelung der Bausubstanz sowie eine hygienisch und chemisch einwandfreie Raumluftqualität mit kosteneffizienter Haustechnik angestrebt. Die geplanten Sanierungsmaßnahmen werden durch eine thermische Gebäudesimulation und durch thermische und hygrische Bauteilsimulationen optimiert. Unter anderem ist auch der Einsatz von innovativen Elementen wie Vakuumgläsern und innenliegenden Wärmedämmungen aus Vakuumpaneelen, Kalziumsilikatplatten, usw. geplant.


Es wird daher der

ANTRAG

gestellt, der Gemeinderat der Stadtgemeinde Bad Ischl möge beschliessen:

Um einen weiteren Verfall der baulichen Substanz dieses historischen Gebäudes tunlichst hintanzuhalten, spricht sich der Gemeinderat der Stadtgemeinde Bad Ischl für die Erstellung einer „Projektvorbereitung Haidenhof Bad Ischl“ aus. Dabei sollte auf Grundlage der bereits vorhandenen Unterlagen und Studien insbesondere die Möglichkeiten der Umgestaltung des ehemaligen Wohngebäudes zu einer Kunst- und Kulturakademie genauer untersucht werden. Im Sinne des Klimaschutzes sollte bei der Sanierung dieser historischen Bausubstanz auch der Einsatz von modernen Passivhaustechnologien geprüft werden.

Zur weiteren Beratung und Koordinierung wird diese Angelegenheit dem Bau-Ausschuss zugewiesen."

Es wird ersucht, diesem Antrag die Zustimmung zu geben.


Ergebnis:
Der Antrag Projektvorbereitung Projekt Haidenhof wurde vom Gemeinderat der Stadtgemeinde Bad Ischl in der >>>24. Gemeinderatssitzung vom 26. Juni 2008 mit 12 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimme und 20 Stimmenthaltungen den Antrag mehrheitlich abgelehnt.

Bürgermeister Heide verfolgt dazu ein eigenes Projekt. Und somit können weder seine SPÖ-Fraktion noch die FPÖ-Kameraden einer "Projektvorbereitung Haidenhof" etwas abgewinnen. So wird beim Haidenhof in bewährter Weise einfach weitergewurtschtelt wie bisher. Und der Haidenhof verfällt immer mehr....


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