Biomasse Fernheizwerk Bad Ischl
<<< Umfrage: ein Biomasse Fernheizwerk für Bad Ischl?
Wie funktioniert ein Biomassekraftwerk im Prinzip?
- 1. Anlieferung
Der Brennstoff (etwa Holz oder auch andere Biomassen) werden mit einem Lastwagen angeliefert. Um den Aufwand füt Transport gering zu halten, werden Biomassekraftwerke dort errichtet, wo viel Biomasse anfällt. - 2. Zerkleinerung und Lagerung
Das gehackte und zerkleinerte Alt-, Industrie- und Waldrestholz wird im Freien, in Hallen oder in Silos zwischengelagert. - 3. Biomassekessel
Das Holz wird im Biomassekessel verbrannt, wobei ein mehr als 850 Grad Celsius heißes Rauchgas entsteht. Die dabei anfallenden Reststoffe, wie etwa Holzasche, werden zur Weiterverwertung abtransportiert. - 4. Dampfleitung
Über die Dampfleitung strömt der Wasserdampf mit einem Druck von mehr als 40 bar in die Turbine. (Beim geplanten Ischler Fernheizwerk ist eine solche >>>Wärme-Kraft-Kopplung jedoch nicht vorgesehen.) - 5. Dampfturbine
In der Dampfturbine gibt der heiße Wasserdampf seine Energie ab. Die Turbine treibt damit einen Generator an, der elektrischen Strom erzeugt. (Beim geplanten Ischler Fernheizwerk ist eine solche Wärme-Kraft-Kopplung jedoch nicht vorgesehen.) - 6. Kondensator
Der Dampf aus der Turbine wird im Kondensator gekühlt und wird als Wasser wiederum dem Kreislauf zugeführt. - 7. Rauchgasreinigung
Das Rauchgas wird durch Elektro- und Gewebefilter geleitet. Hier bleiben wie in einem Staubsauger selbst feinste Schmutzteilchen hängen. Das so gereinigte Rauchgas verlässt das Biomasse-Kraftwerk über den Kamin. - 8. Transformator
Über den Transformator wird die elektrische Energie in das entsprechende Leitungsnetz eingespeisst. - 9. Fernwärmenetz
Ein Teil des Dampfes wird an der Turbine entnommen und versorgt das Fernwärmenetz von Bad Ischl mit Heizwärme.
Dialog statt vertuschen
Leserbrief, OÖNachrichten vom 10.07.2007, 11:18 Uhr
Gefährden wirklich protestierende Anrainer Ischls Biomasse-Fernheizwerk? Oder tragen nicht gerade die Projektbetreiber bisher einiges zu dieser Verunsicherung der Bevölkerung bei? Durch zu wenig Information und - bis jetzt noch - viel zu wenig Kooperation?
Wann etwa wurden alle IschlerInnen über das nun geplante Biomasse-Fernheizwerk rechtzeitig und umfassend informiert? Durch Verschweigen und Vertuschen werden aus betroffenen BürgerInnen sicherlich keine begeisterten Biomasse-Befürworter.
Information ist dabei wichtig, aber eindeutig zu wenig. Kooperation und offener Dialog ist ein Gebot der Stunde. Etwa durch Einbindung der interessierten Bevölkerung an einem Runden Tisch. Sonst könnte sich auch ein neuer Ischler Biomasse-Standort schnell wieder in Schall und Rauch auflösen.
FO GR Markus Reitsamer
GRÜNE Bad Ischl
Protestierende Anrainer gefährden Bad Ischls Umstieg auf Biomasse
Artikel OÖnachrichten vom 10.07.2007 (e.brandner)
Für rund acht Millionen Euro soll in Bad Ischl ein Biomasse-Heizwerk entstehen. Im Endausbau hätten die beiden Kessel eine Leistung von sieben Megawatt, jährlich würden dafür rund 50.000 Schüttraummeter Waldhackgut verbrannt, das von privaten Forstwirten im Salzkammergut und von der Firma SWA, eine 100-prozentige Tochter der Österreichischen Bundesforste, angeliefert würde.
Therme als Großabnehmer
Rund ein Viertel der erzeugten Energie würde an die Kaisertherme geliefert, ein entsprechender Vertrag wurde bereits unterzeichnet. Mit weiteren Großabnehmern ist die Investorengruppe noch im Gespräch, darunter auch die Stadtgemeinde, die ihre öffentlichen Gebäude umweltschonend beheizen will.
Trotzdem ist das Projekt noch nicht unter Dach und Fach. Denn die Standortsuche gestaltet sich schwieriger als angenommen. Ursprünglich sollte die Biomasse-Anlage beim Gewerbepark Süd in Sulzbach entstehen. Doch von Anrainern dort kam massiver Widerstand, aus Angst vor Belastungen. "Das ist das Floriani-Prinzip", seufzt einer der Betreiber. "Jeder befürwortet den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Biomasse. Aber nur nicht vor der eigenen Haustür." Dabei hielten sich die Belastungen in Grenzen. Die Abgase würden modernst gereinigt, und nur bis zu vier Lkw-Zulieferungen seien pro Tag nötig.
Biomasse-Ängste
- Ängste kann man nur mit seriöser Information bekämpfen
Kommentar e.brandner, OÖnachrichten vom 10.07.2007
Eigentlich ist es peinlich für uns. Überall im ganzen Bundesland schießen Biomasse-Heizwerke aus dem Boden. Ausgerechnet das waldreiche Salzkammergut bildet - mit einer Ausnahme in Bad Goisern - einen weißen Fleck auf der Landkarte.
Dabei spricht vieles für die Nutzung von Biomasse. Sie ist kostengünstig, die Versorgung mit Holzresten ist langfristig gesichert, die Wertschöpfung passiert vor Ort, sodass sich für Forstwirte neue Einkunftsquellen erschließen, und nicht zuletzt ist Holz als nachwachsender Rohstoff ein CO2-neutraler Energieträger. Die Bad Ischler Investorengruppe hat darüber hinaus das Glück, mit der Kaisertherme schon jetzt einen Großkunden an der Angel zu haben. Zugleich aber das Pech, dass manche Anrainer wenig Verständnis für ein Heizwerk vor ihrer Haustür haben.
Ersatzstandorte sind bereits im Gespräch. Egal für welchen man sich entscheidet. Wichtig wird sein, die betroffene Bevölkerung rechtzeitig zu informieren und bestehenden Ängsten mit seriöser Information zu begegnen. Gefordert wäre hier vor allem auch die Stadtgemeinde.
<<< ein energieunabhängiges Salzkammergut?
OÖnachrichten vom 12.06.2007 (e.brandner)
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