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Brandgefährlich in Bad Ischl

Feuer Stadtgemeinde Bad Ischl - Stadtamt Feuer

Brandgefährlich in Bad Ischl?

  • Wie brandsicher sind Gebäude in Bad Ischl, wenn es wirklich einmal brennt?
    Dieser brennenden Frage sind die GRÜNEN Bad Ischl mit einer >>>Anfrage und einem >>>Antrag im Gemeinderat zum Thema Brandschutz nachgegangen.

Artikel, GRÜNE Bad Ischl, 19.05.2008 (rm)

>>>Artikel OÖNachrichten vom 20. Mai 2008
>>>Artikel Salzkammergut Zeitung vom 21. Mai 2008


Vorbeugender Brandschutz kann Menschenleben retten. Das zeigen gerade die dramatischen Bilder von Brandkatastrophen immer wieder ganz deutlich.

Am 1. April 2005 war es während der Unterrichtszeit bei einem gefährlichen >>>Garderobenbrand im Keller der Hauptschule 1 in Bad Ischl zu einer Beinahe-Katastrophe gekommen. Beim Eintreffen der ersten Löschtrupps der Feuerwehr hatten die LehrerInnen und die mehr als 200 Schüler das Gebäude ohne jede Panik bereits geräumt. Wie es im Rahmen von Räumungsübungen oft geprobt worden war! Durch diese rasche Reaktion konnte auch eine mögliche Gesundheitsgefährdung im bereits dicht verqualmten Keller verhindert werden.

Im Februar 2008 kamen bei einem tragisches >>>Feuerunglück in Egg im Bregenzer Wald 11 Bewohner eines Senioren- und Pflegeheimes ums Leben. Der Brand hatte sich rasch ausgebreitet - alle Todesopfer waren bettlägrig und starben an Rauchgasvergiftungen.

Brand Pflegeheim Brand Pflegeheim Brandkatastrophe Pflegeheim Egg (Vorarlberg)

Im Sinne einer Risikominderung sollte es wirklich keine Versäumnisse geben. Im Brandfall kommt gerade dem vorbeugenden Brandschutz eine ganz wichtige Bedeutung zu. Denn auch hier gilt: Vorbeugen ist leichter als (im Brandfall) löschen!


Vorbeugender Brandschutz
Denn gerade wo das Prinzip der Selbstrettung nicht funktioniert, also bei Pflegeheimen und Krankenhäusern, kommt dem Vorbeugenden Brandschutz eine besondere Bedeutung zu. Dabei genügt es eben nicht, alleine den baulichen Brandschutz - also zum Beispiel die Rauch- und Brandabschnittsbildung – auf dem letzten Stand der Technik zu halten. Auch der technische Brandschutz, also zum Beispiel das klaglose Funktionieren von Brandmeldeanlagen für eine Brandfrüherkennung mit richtiger Alarmierung, sowie der organisatorische Brandschutz und somit das richtige Verhalten des verantwortlichen Personals im Brandfall sind von entscheidender Bedeutung. Dabei müssen der bauliche, der technische und der organisatorische Brandschutz wie 3 Zahnräder eines Getriebes gut ineinander greifen.

Grobe Fehler und Mängel beim Vorbeugenden Brandschutz entscheiden bei einem Brand oft rasch über Leben und Tod. Das OÖ Feuerpolizeigesetzes (Oö. FPG) spricht aus diesem Grund eine sehr klare Sprache. So haben die Gemeinde bei Objekten der Risikogruppe – also etwa bei Schulen, Kindergärten, Altersheime, etc. – die gesetzliche Verpflichtung, zumindest alle 3 Jahre eine Feuerpolizeliche Überprüfung durchzuführen. Wenn es die Brandsicherheit oder sonstige Umstände erfordern, kann der Bürgermeister jedoch auch jederzeit einen Auftrag zu einer solchen Überprüfung erteilen.


Rette sich wer kann!
Und wie hält es nun die Stadtgemeinde Bad Ischl mit dem vorbeugenden Brandschutz?
Sind wirklich alle Gebäude in Bad Ischl ausreichend brandgeschützt? Zu Brandschutzmassnahmen für die Zentralvolksschule Bad Ischl haben die Grünen Bad Ischl daher am 26. November 2007 eine >>>Anfrage an Bgm. Hannes Heide gerichtet. Dabei ging es um Aufgaben der Feuerpolizei, Feuerpolizeiliche Überprüfungen, den Objektbrandschutz, Mängelbeseitigungen und die Nachbeschau. Eine erste >>>Beantwortung durch den Bürgermeister erfolgte in der 22. Gemeinderatssitzung vom 13. Dezember 2007. Aus Sicht der GRÜNE Bad Ischl war diese Anfragenbeantwortung jedoch unzureichend.


Feuerpolizeliche Überprüfungen
Durch die Bestimmungen des OÖ Feuerpolizeigesetzes besteht für den Bürgermeister in seiner Eigenschaft als Örtliche Feuerpolizei ein klarer Handlungsauftrag. Um dieser Sache weiter nachzugehen, stellten die Grünen in der 23. Sitzung des Gemeinderates einen eigenen >>>Antrag .

Dabei ging es im wesentlichen um 3 Punkte:

1) Erstellung einer >>>Auflistung von Objekten der Risikogruppe
2) Danach: Reihung dieser Objekte der Risikogruppe
3) Sodann: Festlegung eines konkreten Zeitplanes für die gesetzlich vorgeschriebenen Feuerpolizeilichen Überprüfungen zur zügigen Abarbeitung dieser Objekte der Risikogruppe

Dieser Antrag auf Feuerpolizeiliche Überprüfungen bei Objekten der Risikogruppe wurde vom Gemeinderat der Stadtgemeinde Bad Ischl in der 23. Gemeinderatssitzung vom 27. März 2008 einstimmig angenommen.

Concordiaschule Bad Ischl Concordia Volksschule Bad Ischl


Zwischenzeitlich hat sich einiges getan:

  • Für die Concordiaschule wurde mit Strand 10.12.2007 sowohl der erforderliche Brandschutzplan vorgelegt als auch eine Brandschutzordnung erlassen.
  • Die Kameraden der >>>Ischler Feuerwehren haben im Rahmen einer >>>Feuerwehrübung am 23. April 2008 sehr realistisch die Evakuierung von Heimbewohnern und Pflegepersonal aus dem Bezirkspflegeheim beübt. Bei der Übungsbesprechung wurde dabei betont, wie wichtig im Ernstfall gut funktionierende Einrichtungen des vorbeugenden Brandschutzes sind.
  • Nunmehr gibt es auch eine erste >>>Auflistung mit den Ischler Risikoobjekten. Danach sind es im Gemeindegebiet z. Zt. insgesamt 57 Objekte der Risikogruppe. Zu finden sind hier u.a. Hotels, Schulen, Kindergärten, Museen, Altersheime, Krankenhäuser, Wohnanlagen und Produktionsstätten. Auffällig ist dabei, dass bei allen diesen Objekten das gesetzliche 3-jährliche Überprüfungsintervall nicht eingehalten wurde. Bei einigen Objekten liegt diese Überprüfung schon 6 Jahre zurück, zahlreiche Gebäude der Risikogruppe haben eine Feuerpolizeliche Überprüfung überhaupt noch nie gesehen.

Feuerwehr Bad Ischl <<< Feuwerwehr Bad Ischl


Abgebrannt?
Da brennt nun wirklich der Hut - bevor noch etwa brennt! Denn klar ist: Alle diese Objekte müssen rasch einer Feuerpolizeilichen Überprüfung unterzogen werden. Nur wenn mit dem baulichen, dem technischen und dem organisatorischen Brandschutz alle drei Säulen des Vorbeugenden Brandschutzes aufeinander abgestimmt sind, kann man von einer größtmöglichen Brandsicherheit reden.

Daher wird vom Mai bis Juli 2008 in einem ersten Durchgang bei insgesamt 10 Objekte der Risikoklasse sowie 7 weiteren potenziell möglichen Risikoobjekten eine Feuerpolizeliche Überprüfung stattfinden. Den Anfang machte dabei die Concordiaschule. Bei dieser Überprüfung, bzw. bei der Nachschau zur letzten Feuerpolizeilichen Überprüfung aus dem Jahre 2001, waren doch wieder einige Mängel beim Vorbeugenden Brandschutz zum Vorschein gekommen.

Bei den Terminen zur Feuerpolizeilichen Überprüfung von Risikoobjekten kann und darf es in Zukunft keine Terminversäumnisse mehr geben. Das sind wir den Bewohnern in den Pflegeheimen und allen Kindern in den Ischler Kindergärten und Schulen einfach schuldig.


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