Die flotte Lotte
oder die gebührenfreie Einkaufsreise durch Bad Ischl
Real-Satire, GRÜNE Bad Ischl, 15.03.2005 (rm)
Frau Lotte ist sehr sportlich. Daher geht sie 3-mal in der Wochen joggen. Weil Frau Lotte bewegt sich gerne in der freien Natur. Frau Lotte wohnt seit einigen Monaten in ihrer neuen Wohnung in Reiterndorf. Früher wohnte Frau Lotte direkt im Zentrum. Frau Lotte wohnt nun gerne in Reiterndorf. Ihre neue Wohnung ist hell und freundlich. Es gibt unterm Haus eine Tiefgarage und vor ihrer Wohnung ist viel weniger Autoverkehr als damals, als sie noch direkt in der Stadt wohnte.
Frau Lotte geht leidenschaftlich gerne einkaufen. Frau Lotte mag dabei jedoch keine Megaplexx-Einkaufszentren. Sie kauft lieber in den Geschäfte in der Innenstadt. Lotte liebt einen kleinen Einkaufsbummel durch Bad Ischl. Da sie nun nicht mehr im Zentrum wohnt, fährt Frau Lotte doch ab und zu mit ihrem kleinen roten Auto in die Stadt.
Lottes Traum
An einem Montagmorgen im April 2005 hat Frau Lotte einen Traum. Es träumt ihr, sie setzt sich so gegen 9 Uhr in ihren roten Flitzer und fährt los.
Sie fährt zuerst auf der Grazerstrasse Richtung Stadt und biegt dann kurz vor der Hauptbrücke rechts ab, auf die Kurzparkzone am Lehar-Kai. Dort stellt sie ihr Auto ab, löst beim Kurzparkzonen Parkautomaten einen 20-Minuten-Freiparkschein und begibt sich zur Terminvereinbarung zu ihrem Friseur. Dort trifft sie zufällig Frau Lilo, ihre ehemalige Nachbarin und verabredet sich mit ihr zum 5-Uhr-Tee. Danach erledigt sie noch flott einen kleinen Einkauf beim Lebzelter. Es dauert ca. 16 min., bis sie wieder beim Parkplatz ist.
Weiter geht’s, über die Wirerquellgasse, zurück auf die Grazerstrasse, die Hauptbrücke und die Pfarrgasse, auf die Kurzparkplätze am Auböckplatz vor der Bäckerei Maislinger. Sie löst beim Kurzparkzonen Parkautomaten noch rasch einen 20-Minuten-Freiparkschein und geht dann ins Geschäft. Frau Lotte möchte nur schnell ein paar Vollkornweckerl kaufen. Doch auch an diesem Montagmorgen sind sehr viele Leute beim Maislinger und so dauert es fast 19 min., bis sie wieder im Auto sitzt.
Die nächste Fahrt endet schon nach kurzer Zeit beim Postamt. Beim Kurzparkzonen Parkautomaten zieht sie ein weiteres 20-Minuten-Gratisparkticket. Frau Lotte zahlt auf der Post zwei Erlagscheine ein, schickt ein kleines Post-Paket auf die Reise, behebt im Auftrag der geliebten Oma vom Postsparkassenbuch einen kleineren Geldbetrag und nimmt die Post aus ihrem Postschliessfach. Gesamtdauer der postalischen Erledigungen: etwa 17 min.
Auf der geplanten Heimfahrt fällt ihr in der Bahnhofstrasse, knapp vor der Steinfeldbrücke, jedoch plötzlich ein, dass sie für die Grossmutter beim Eduscho ja noch 1 kg Kaffee kaufen wollte. "Zu dumm", denkt sie. "Das hätte ich doch fast vergessen!"
Noch eine kleine Runde ums Marktl
So aber dreht Lotte flott noch eine kleine Zusatzrunde ums Marktl. Über die Götzstrasse, den Kreuzplatz, die Wirerstrasse und die Pfarrgasse ist sie schnell vor der Sparkasse angelangt. Und welch Glück: Gerade wird wieder ein Parkplatz frei. Schnell noch ein neues 20-Minuten-Freiparkticket aus dem Kurzparkzonen Parkautomaten gedrückt. Und schon steht dem Kaffee-Einkauf beim Eduscho nichts mehr im Wege. In genau 9 min. und 30 Sekunden sitzt Frau Lotte wiederum in ihrem Wagen.
Panhubers Visionen: Gratis Kurzparken ab April
Sie träumt auf der Heimfahrt, dass sich auch VizeBgm Panhuber wirklich freuen darf: Denn Frau Lotte hat bei ihrer kleinen Ischler Shopping Tour zur Belebung der Innenstadtgeschäfte etwas beigetragen. Und an Parkgebühren hat Frau Lotte tatsächlich Null EURO bezahlt! Gut für Frau Lotte, denn sie hat damit wirklich Geld gespart. Und das ist ganz toll, angesichts der schlimmen Verteuerungen bei den übrigen Gemeindegebühren!
Gratisparkticket und leerer Gemeindesäckel
Lotte ist in ihrem Traum doch auch ein ganz klein wenig traurig. Denn die Gemeinde hat bei dieser Tour-de-Shop keinen einzigen Euro-Cent an Parkgebühren eingenommen. Pech nicht nur für den Finanzreferenten, Bürgermeister Haas. Sondern Pech auch für die pronostizierten Budget-Einnahmen der Gemeinde. Denn wenn es die Einnahmen durch Parkgebühren nicht im erhofften Ausmass gibt, findet sich zur Budgetlücke von 1,6 Mio. EURO und dem 23 Mio. EURO Gesamtschulden-Leck noch ein weitere Loch im ohnehin schon fast leeren Gemeindesäckel. Wer wird dann diese Löcher wohl stopfen?
Traumreise und Wirklichkeit
Aber das ist leider eine ganz andere Geschichte. Denn die wundersame gebührenfreie Einkaufsreise durch Bad Ischl ist in Wahrheit gar keine Illusion, sondern tatsächlich Wirklichkeit. Ja, seit dem 14. April 2005 ist dieser ÖVP-Traum war geworden!
Der ÖKO-logische Tipp zum Schluss
"Für einen kleinen Einkaufsbummel in die Innenstadt schon mal den Ischler StadtBUS probiert?
Noch viel besser: Öfter mal zufussgehen oder mit dem Fahrrad in die Stadt fahren. Ist nicht nur toll für die Umwelt. Sonder auch sehr gut für die eigene Gesundheit", meint nicht nur die flotte Lotte. Sondern auch der fesche Otto, der Freund von Lotte. Und so tun's daher auch beide. Immer öfter ...
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