Energie-Modell Güssing
<<< Güssing - Vision und Wirklichkeit
Bearbeitung: GRÜNE Bad Ischl, 02.01.2007 (rm)
Energieautarke Stadt
Wer kennt nicht das kleine gallische Dorf zu Zeiten von Asterix und Obelix im heroischen Kampf mit Julius Cäsar? Ein selbst zubereiteter Zaubertrank war die Basis der Unabhängigkeit von der Außenwelt.
Eine kleine südburgenländische Stadt trotzt im 21. Jahrhundert ebenso der (Energie-) Außenwelt. Ihre Zauberformel ist die energetische Unabhängigkeit bei Strom, Wärme und Kraftstoffen von allen Energieversorgern. Dieses Konzept, 1990 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, löste großes Gelächter aus. „Das geht doch nicht“, war noch die harmlose Antwort der so genannten Energie-Experten. Heute ist die Stadt (Energie-) unabhängig und hat noch zusätzlich viele 100 Arbeitsplätze dazu gewonnen. Die gesamte Wertschöpfung bleibt in der Region. Sie versorgt Ihre Einwohner mittels Biomasse, Biodiesel und Solarenergie und wird dadurch noch zum Energieexporteur (=Energieüberschuss).
Diese Stadt heißt >>>Güssing und so nebenbei besuchen rund 300 Ökotouristen pro Woche aus allen Teilen der Welt diese unbeugsame Stadt.
Das Modell Güssing
Die Stadt Güssing ist Bezirksvorort einer Region im östlichen Teil Österreichs (Burgenland) mit 27.000 Einwohnern. Laut Statistik war diese Region 1988 die ärmste Region Österreichs. Die Gründe für die schlechte wirtschaftliche Lage der Region um Güssing waren 50 Jahre Grenzregion am Eisernen Vorhang zu Ungarn, keine größeren Gewerbe oder Industriebetriebe - dadurch wenig Arbeitsplätze in der Region und bis zu 70 % Wochenpendler nach Wien und Graz, klein strukturierte landwirtschaftliche Flächen und keine Verkehrsinfrastruktur (Eisenbahn, Autobahnverbindung).
Zusätzlich zu diesen Problemen gab es eine starke Kapitalabwanderung aus der Region durch fossile Energiezukäufe (Öl, Strom, Kraftstoffe). Die vorhandenen Ressourcen der Region (mehr als 40 % Waldanteil) wurden kaum mehr genutzt, was zu großen Durchforstungsrückständen in der Forstwirtschaft und zur Verödung der landwirtschaftlichen Flächen führte.
Im Jahre 1990 gelang es im Gemeinderat von Güssing, einen Grundsatzbeschluss zu erreichen: 100-prozentiger Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung - das Modell Güssing.
Vom Modell zur Umsetzung
Zu den ersten Umsetzungsmaßnahmen für "das Modell Güssing" gehörte die Erstellung eines Energiekonzeptes für die Stadt Güssing. Alle im Gemeindezentrum befindlichen Gebäude wurden energetisch optimiert. Die Ausgaben für Energie im Gemeindebudget konnten so beinahe halbiert werden.
Die ersten "Umwelterfolge" gaben Ansporn am Konzept "Energieautarke Stadt" konsequent weiter zu arbeiten. Eine Rapsöl-Biodieselanlage, 2 Biomasse-Nahwärmenetze in Ortsteilen von Güssing, sowie die damals größte Biomasseanlage Österreichs wurden errichtet.
Motor dieser Energie-Entwicklung ist nunmehr die >>>Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing GmbH
Ischl, eine Energie-Insel der Unglückseeligen?
Glosse, GRÜNE Bad Ischl, 02.01.2007 (rm)
Wenn man sich die Energiespar-Wortmeldungen und -Beschlüsse im Ischler Gemeinderat so ansieht, ist einem dabei fast zum heulen vor lauter weinen.
Jedoch. Noch ist es wohl aber auch für Bad Ischl nicht zu ganz spät. Noch ist uns der Energiepreis-Hammer ja nicht ganz auf den Kopf gefallen. Noch könnte auch in Ischl ein selbst zubereiteter Energy-Zaubertrank die Basis für weitgehende Energie-Unabhängigkeit bei Strom, Wärme und Kraftstoffen sein.
Oder werden die Ischler SPÖVFPÖ Energie-Krieger das auch weiterhin so wacker wie bisher zu verhindern wissen? Fortsetzung folgt?
home: >>>GRÜNE Bad Ischl