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oder wenn ein Abbruch scheinbar ein "Eben-Nicht-Abbruch" ist

Kommentar, GRÜNE Bad Ischl, 19.05.2004 (rm)


Vor einigen Wochen im zuständigen Ausschuss der Stadtgemeinde Bad Ischl: Es wird über mögliche Pläne auf dem Grundstück der ehemaligen Ford-Berner-Autowerkstätte an der B 158 berichtet. Konkrete Pläne dazu gäbe es zwar noch nicht. Aber es wurde zugesichert, dass die Betreiber bei diesem Projekt voll mit der Gemeinde und mit dem Ausschuss kooperieren würden. Es werde da keinesfalls etwas quasi hinter dem Rücken der Gemeinde gemacht werden. So weit, so gut.


Es darf gebaggert werden
Nunmehr begab es sich, dass just am Freitag den 14. Mai um die Mittagszeit auf der Grundfläche der ehemaligen Autowerkstätte Berner sich plötzlich rege Betriebsamkeit entwickelte. Bagger und Lastwägen rückten an. Es wurde am Freitag und am Wochenende gar eifrig gegraben und allerlei Material verbracht. Wohin das zum Teil verunreinigte Abbruchmaterial (zur hoffentlich fachgerechten Entsorgung und Deponierung) gebracht wurde, kann nicht gesagt werden.

Von der ehemaligen Autowerkstätte sind nunmehr nur noch die tragenden Säulen sowie das Dach vorhanden. Der weitaus überwiegende Teil der Aussen- und Zwischenwände der Autowerkstätte und Bodenmaterial wurde ausgebaggert und wegbracht.


Der "Nicht-Abbruch
Ob für dieses Vorhaben vorweg eine rechtsgültige Genehmigung vorlag, kann nicht gesagt werden. Nach Angaben der Betreiber liegt ein schriftliches Abbruch-Ansuchen und eine Abbruch-Genehmigung nicht vor und wäre das auch gar nicht notwendig. Denn bei diesen Arbeiten handelt es sich gar nicht um einen Abbruch, da ja die Stützmauern und das Dach des Gebäudes verbleiben. Für diese Tätigkeiten braucht es eben keine Genehmigung.

Im Übrigen wäre die Stadtgemeinde Bad Ischl über alles ja telefonisch in Kenntnis gesetzt worden. Und da hat alles gepasst. Immer wieder habe es Beschwerden darüber gegeben, dass die bereits desolate ehemalige Autowerkstätte das Landschaftsbild stören würde. Man musste nun einfach endlich zur Tat schreiten. Dieser "Eben-Nicht-Abbruch" wurden deswegen an jenem Wochenende gemacht, da gerade an diesem Wochenende dazu Zeit gewesen sei.

Wie erinnerlich befand sich auf besagter Grundfläche viele Jahre lang eine Aral-Tankstelle und eine Auto-Werkstätte. Dabei wurde wohl auch mit Benzinen und Ölen aller Art hantiert und diese Stoffe auch gelagert. Die Tankstelle wurde schon vor vielen Jahren aufgelassen. Auch die Autowerkstätte gibt es schon lange nicht mehr. Ob danach auch alle problematischen Stoffe fachgerecht und umweltverträglich entsorgt wurden, kann nicht gesagt werden. Ob sich auf dem Gelände eventuell noch umweltschädliche Rückstände im Boden oder Grundwasser befinden, darüber könnte nur eine genaue und eingehende Untersuchung Gewissheit bringen. Ja, denn die Umwelt ist allen immer ein grosses Anliegen.


Nix Altlastenkataster
Dieses Grundstück scheint jedenfalls im Altlastenkataster der Gemeinde Bad Ischl (zumindest als Verdachtsfläche) auf. Ob allerdings sowohl die Umweltrechtsabteilung des Landes OÖ als auch das Umweltbundesamt von einer hier eventuell bestehenden Altlast Kenntnis haben, darf zumindest etwas angezweifelt werden. Untersuchungen des Untergrundes im Bereich der in der Nähe gelegenen ehemaligen Betriebs-Tankstelle, wo nunmehr eine Billig-Tankstelle errichtet werden soll, ergaben jedenfalls eine mögliche Gefährdung der Umwelt durch überhöhte Messwerte.

Für den unmittelbar angrenzenden geplanten Lebensmittelmarkt findet angeblich Anfang Juni 2004 eine wasserrechtliche Verhandlung bezüglich der Ableitung der Regenwässer statt. Ob dieser nahende Termin in irgend einem ursächlichen Zusammenhang mit diesem "Eben-Nicht-Abbruch" steht oder ob dies alles reiner Zufall ist, kann wirklich nicht gesagt werden.

Nein, niemand will da "Schlafende Altstoffe" wecken. Möge sich dazu nur jeder selber seinen Reim darauf machen.


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