Equal Projekt Reframe
„reframe“ – neuer Rahmen, neues Bild“
GRÜNE Bad Ischl, 01.12.2005
Mit Juli 2005 startete in Oberösterreich das Projekt „reframe“. Ziel ist, entsprechende Massnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen am Arbeitsmarkt zu setzen.
Am Arbeitsmarkt werden Frauen in einen Rahmen gepresst. Wer aber den Rahmen sprengt, kann die Grenzen neu setzen. Das Equal-Projekt Reframe soll eine Erweiterung des Rahmens bezwecken und ein neues Bild für die Jobsituation von Frauen in Oberösterreich schaffen. Reframe verbessert für Frauen die Arbeitsplatzsituation, indem die Arbeitsplätze leichter zugänglich gestaltet werden. Das Projekt startete im Juli und läuft zwei Jahre.
„To Reframe“ bedeutet, Rahmen neu zu ziehen und Strukturen zu verbessern. Das Projekt Reframe zielt darauf ab, den Handlungsspielraum berufstätiger Frauen zu erweitern. Denn Frauen sind am Arbeitsmarkt benachteiligt, die Frauenarbeitslosigkeit steigt - auch in Oberösterreich. Es sind allerdings nicht in jedem Fall die Arbeitsplätze, die fehlen. Häufig krankt es daran, dass Arbeitsplätze zwar vorhanden, jedoch für Frauen nicht oder schwer zugänglich sind. Die Gründe dafür gehen über das Problem fehlender Kinderbetreuungsplätze hinaus. Dem Wunsch, einen Job anzunehmen, sind oft vergleichsweise banal anmutende Grenzen gesetzt, zum Beispiel wenn der Mann das Auto für die Fahrt zur Arbeit in Beschlag nimmt und in der Region öffentliche Verkehrssysteme schlecht ausgebaut sind.
Zielgruppen: Frauen, Firmen, PolitikerInnen
Reframe richtet sich an Frauen, die im Beruf stehen und ihre Situation verbessern möchten. Dazu zählen Wechsel in interessantere oder besser bezahlte Positionen oder die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ebenso wie verbesserte Arbeitsbedingungen oder auch die Förderung von Karrierechancen. Der Wert des Projekts für teilnehmende Frauen besteht darin, dass Arbeitsplätze zugänglicher (um)gestaltet und somit sowohl sicherer als auch offener werden.
Reframe richtet sich aber auch an Firmen in den Regionen, die wesentlich gefordert sind, an der Umsetzung der entworfenen Lösungsstrategien zu arbeiten. Dafür benötigen die FirmenchefInnen, die Personalverantwortlichen und die BetriebsrätInnen Beratung und Unterstützung, die REFRAME gewährleistet.
Reframe bemüht sich auch darum, die politischen EntscheidungsträgerInnen in den einzelnen Regionen miteinzubeziehen. Sie üben Schlüsselfunktionen aus, die mithelfen können bestehende Strukturen aufzubrechen und zu verbessern. >>>Mehr
Auf die Regionen ausgerichtete Strategie
Das Projekt stützt sich auf die für die fünf Regionen Oberösterreichs ausgearbeiteten Strategien. Da sich der oberösterreichische Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unter speziellen Bedingungen entwickelt, setzen die EntwicklungspartnerInnen in den jeweiligen Vierteln auf unterschiedliche, den Schwierigkeiten der Region angepasste Schwerpunktthemen.
alisa – arbeit und leben im salzkammergut
Spätestens mit dem Ende des Bezugs des Kinderbetreuungsgeldes stellt sich für Frauen die Frage nach dem beruflichen Wiedereinstieg. Selbst wenn sie bereits einen Arbeitsplatz in Aussicht haben, stehen viele Frauen vor dem Problem, für die Arbeitszeit eine passende Kinderbetreuung zu finden. Gelingt das nicht, bleiben viele länger zu Hause, als sie es selber wünschen. Eine Folge sind finanzielle Einbußen. Zudem erschwert die lange berufliche Abwesenheit den Wiedereinstieg und den Betrieben fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. alisa – arbeit & leben im salzkammergut will den beruflichen Handlungsspielraum für Frauen erweitern, indem nach konkreten Wegen gesucht wird, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. Gelingt es, Arbeitszeiten familiengerecht zu gestalten und flexible Kinderbetreuungsplätze einzuführen, erleichtert das den betroffenen Frauen den Spagat zwischen Beruf und Familie. Das trägt zu einer Stärkung des Wirtschafts- und Lebensraumes Salzkammergut bei.
Dabei geht es darum, den Frauen und deren Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung zu erleichtern und entsprechende Vernetzungs- und Aktivierungselemente einzuführen. Fehlende und vor allem unvorteilhafte Öffnungszeiten von Horten und Kindergärten stechen dabei besonders ins Auge. Es sollen vor allem in Zusammenarbeit mit den Gemeinden neue Formen der Betreuung erprobt und auch umgesetzt werden. Erschwert wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber auch durch starre Arbeitszeitrahmen. Ein weiterer Lösungsansatz ist daher die Einführung von flexiblen Arbeitszeitmodellen und –formen in den regionalen Betrieben.
Dazu entwickelte das Bildungszentrum Salzkammergut (BIS) für die Region das Projekt „alisa“, das die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kinderbetreuungspflichten verbessern will.
Infos zum Projekt "alisa":
>>>BILDUNGSZENTRUM SALZKAMMERGUT
Webereistraße 300, 4802 Ebensee
Maga. Christine Greunz
Tel.: 06133 / 6185 - 37
c.greunz (at) bildungszentrum-skgt.at
Claudia Loidl
Tel.: 06133 / 6185 - 39
c.loidl (at) bildungszentrum-skgt.at
Nachhaltigkeit
Eine Schlüsselrolle nehmen in diesem Geflecht die einzelnen Regionalmanagement-Organisationen ein, über die ein oberösterreichweiter Austausch erfolgt. Denn die Lösungsansätze sollen nicht den einzelnen regionalen Projekten vorbehalten bleiben, sondern – wo möglich – auch in anderen Regionen zum Einsatz kommen.
Die Laufzeit von zwei Jahren bietet Möglichkeiten, neue Ansätze und Strategien zu erproben. Reframe stellt allerdings keine konkreten Arbeitsplätze in Aussicht, am Schlusspunkt des Projekts stehen neue Ansatzpunkte und funktionierende Netzwerke, die es erlauben, die erprobten Ideen nachhaltig und dauerhaft umzusetzen.
reframe ist ein gemeinsames Projekt des Landes Oberösterreich, der Sozialpartner Oberösterreich, regionaler Bildungs- und Fraueneinrichtungen und der Regionalmanagements Oberösterreich.
reframe wird gefördert vom BMWA & ESF und unterstützt vom Land Oberösterreich.
Infos zum Projekt „reframe“:
Frau Mag. Veronika Deisenhammer (Regionalmanagerin für Arbeit und Soziales)
Telefon/Fax: 07674/20635
e-mail: v.deisenhammer (at) rmvb.at
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