StadtBUS Fahrgäste stinken nicht
Leserbrief GRÜNE Bad Ischl vom 28.06.2004
als Antwort auf einen in den Ischler Lokalmedien erschienen Leserbrief
von Johann Unterberger, Grazerstrasse,
unter dem Titel "Weg mit dem Stadt-Stinkbus"
Sehr geehrter Herr Unterberger!
Ein gebürtiger Ischler, eifriger Fußgänger und hoffentlich auch Stadtbusbenützer sollte folgende Dinge berücksichtigen:
Als Anrainer einer Durchzugstrasse wird ihnen aus eigener Anschauung wohl bekannt sein, dass die weitaus überwiegende Verkehrsbelastung durch den hausgemachten PKW Quell- und Zielverkehr entsteht. Dabei ist ein solcher PKW im Schnitt nur mit 1,5 Personen besetzt. Dies ist durch Verkehrsuntersuchungen klar zu belegen. Es sollte gelingen, durch geeignete Anreize zumindest einen Teil dieser Kurzstrecken-Fahrten vom PKW hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu verlagern. Das würde insgesamt nicht nur eine wesentliche Verkehrsentlastung und damit auch weniger Verkehr auf innerstädtischen Durchzugstrassen, sondern auch weniger Umweltbelastung bedeuten.
Vom Sinn des Unsinns
Den Ischler StadtBUS benützen jährlich etwa 136.000 Personen. Dieser "....Unsinn von Stadtbus..." wird derzeit vor allem von älteren Personen, Müttern mit Kindern und Schülern in Anspruch genommen. Für diese Personengruppe bedeutet der StadtBUS Mobilität, ist Treffpunkt und bringt damit auch ein Stück mehr Lebensqualität.
Was es kosten kann
Gemäß einem neuen Aufteilungsschlüssel würde der Kostenanteil der Gemeinde von derzeit rund 150.000 EURO in Zukunft auf 80.000 - 90.000 EURO pro Jahr sinken. Es wäre schön, würden bei allen kommunalen Einrichtungen der Stadt ein ähnlich niedriger Kostenzuschuss erforderlich sein. Wie die Subventionierung des Stadtbusses durch die Stadtgemeinde Bad Ischl allerdings mit der von ihnen angesprochenen Hausbesitzerabgabe in Zusammenhang gesehen werden sollte, kann leider nicht nachvollzogen werden.
Wer stinkt?
Auf den beiden Stadtbuslinien werden von den Betreibern Postbus AG und Firma Sklona im Regelbetrieb 2 Stadtbusse mit dem bunten Schriftzug "Mit uns (er)fahren sie ganz Ischl" eingesetzt. Verwendet werden dabei moderne Niederflurbusse Baujahr 1997, welche bei den Haltestellen bei Bedarf abgesenkt werden können. Etwa zum erleichterten Einsteigen für ältere gehbehinderte Personen oder für Menschen mit Kinderwägen. Der Dieselverbrauch dieser Busse liegt bei ca. 22 Liter pro 100km. Das ist für Busse dieser Größe und Beanspruchung ernorm sparsam. Auf den beiden Stadtbuss-Linien fahren im Regelverkehr nur solche Busse, welche dem Stand der Technik entsprechen und somit die behördlich geforderten Abgaswerte einhalten. Dass neben den beiden eingesetzten bunten Niederflur-Stadtbussen auf anderen Linien in Bad Ischl zum Teil auch noch Busse, welche vom Baujahr und Bautype nicht immer den modernen Stadtbuss-Typ entsprechen dürften, soll dabei nicht in Abrede gestellt werden.
Diese beiden Niederflur-Stadtbusse verkehren als Linienbusse im Halbstunden-Takt im Wechselverkehr von den beiden Endhaltestellen Katrinseilbahn und EKZ Sulzbach. Die Grazerstrasse im Bereich Grazerstrasse 46 (Gymnasium/HAK) wird von den beiden Stadtbuslinien zur Zeit nicht befahren.
Spiel mir den StadtBUS Blues
Zweifellos gab es auch vor der Einführung des Ischler Stadtbusses ein Leben in Bad Ischl. Nur war dieses Leben vor der Einführung des Stadtbusses für viele Menschen anders. So konnten Einkäufe, wichtige Arztbesuche, Amtswege oder Besuche bei Bekannten, vor allem von älteren Personen ohne PKW, nur eingeschränkt gemacht werden. Das Leben wurde für viele ältere MitbürgerInnen mit dem StadtBUS einfach mobiler. Vor allem die Geschäftsleute in der Innenstadt profitieren von den Stadtbussen, da diese ein Einkaufen im Stadtzentrum ohne unbequeme Parkplatzsuche ermöglichen.
Ein Arbeitskreis arbeitet
Zur Verbesserungen des Angebotes im Bereich des öffentlichen Verkehrs in Bad Ischl gibt es den eigens dazu eingerichteten "Arbeitskreis StadtBUS/ Anrufsammeltaxi". Seit vielen Jahren und in zahlreichen Sitzungen wird hier von allen politischen Parteien sehr intensiv gearbeitet. Konstruktive, sachlich fundierte und problemlösende Anregungen sind dabei jederzeit gefragt. Eine "Weg mit dem Stadt-Stinkbus" Ansage ist dabei nur bedingt hilfreich.
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- Soll dem Ischler StadtBUS wirklich das Licht ausgedreht werden?
Oder soll der Bus auch in den nächsten Jahren fahren?
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