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Steinbruch Kerschbaumeben

Steinbruch Steinbruch Kerschbaumeben (Symbolfotos)

Bericht, GRÜNE Bad Ischl, 24.09.2004 (rm)


Stein und viel Schotter
Ganz in der Nähe der Abwasserreinigungsanlage in Roith soll in der so genannten "Kerschbaumeben" ein Kalksteinbruch entstehen (Siehe >>>Farbluftbild ).

Die >>>Firma Mittendorfer aus Altmünster will dort 15 Jahre lang Kalkstein abbauen und das, was danach von diesem Teil der Kerschbaumeben noch übrig ist, rekultivieren.

Die Bagger stehen bereit
Nach erfolgter Lockersprengung würde das Gestein weiter aufbereitet.
Zum Einsatz kommen soll dabei neben einem Radlader, Hydraulikbagger, 4-Achskipper Lkws, Bohrwagen und einer Bohranlage, auch eine raupen-mobile Brechanlage. Die Aufschliessung und Rekultivierung wird mit einem Kettenbagger durchgeführt.

Betriebszeiten sind dabei, laut Antrag, Montag bis Freitag von 06:00 bis 20:00 Uhr und Samstag von 06:00 bis 14:00 Uhr.

Im Schnitt wird pro Tag mit etwa 19 Lkw-Fahrten pro Arbeitstag gerechnet.
Pro Jahr sind etwa 12 Sprengungen geplant, d.s. maximal 2 Sprengungen pro Monat. Die Bohranlage wäre daher etwa 2-mal pro Monat mit je 13 Stunden in Betrieb.
Die mobile Brechanlage soll 4-mal pro Jahr etwa eine Woche lang mit 150 Gesamt-Betriebsstunden zum Einsatz kommen.

Naturschutz, Forst und Wirtschaftsministerium
Die Firma Mittendorfer kann als Voraussetzung zur Eröffnung dieses Kalksteinbruchs bisher neben der naturschutzbehördlichen Bewilligung auch eine forstrechtliche Rodungsbewilligung der BH Gmunden verweisen.

Zudem liegt auch ein positiver Bescheid betreffend "Bergwerksberechtigung für die Überschar" für den Steinbruch Kerschbaumeben durch ÖVP-Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein vor. Das dabei zur Anwendung kommende >>>Mineralrohstoffgesetz (MinroG) sieht nicht nur in diesem Verfahren keinerlei Parteistellung für die unmittelbar betroffene Gemeinde Bad Ischl vor. Und so wurde auf die fundierten Vorbringungen der Gemeinde gar nicht weiter eingegangen bzw. auf andere Behörden und Verfahren verwiesen.

Nicht nur in diesem Punkt wäre das Mineralrohstoffgesetz ganz dringen zu sanieren. Denn es kann doch wohl nicht wahr sein, dass hier zwar der Firma Mittendorfer als Antragsteller Parteistellung zukommt, aber weder die Gemeinde Bad Ischl noch die ummittelbar betroffenen Anrainer als Partei am Verfahren beteiligt sind!

Verfahren und Gutachten
In einer mündlichen Verhandlung am 21. und 22. September 2004 im >>>Stadtamt Bad Ischl ging es im Wesentlichen um die Anträge auf Genehmigung eines Gewinnungsbetriebsplanes (Abbau und Gewinnung) und um die Bewilligung zur Herstellung von Bergbauanlagen. Dazu trugen mehrere behördlich beauftragte Sachverständige aus den verschiedensten Fachbereichen ihre Stellungnahmen und Gutachten vor. Die Stadtgemeinde Bad Ischl wurde dabei sowohl von der juristischen Fachabteilung des Stadtamtes Bad Ischl, als auch zusätzlich durch eine Wiener Rechtanwaltskanzlei kompetent vertreten.

Die schriftliche Ausfertigung des Verhandlungs-Protokolls wird der Gemeinde in den nächsten Tagen übermittelt werden.

Status Luftkurort futsch?
Da dieser geplante Steinbruch nicht nur die unmittelbare Umgebung belasten würde, sondern Bad Ischl um seinen Status als Luftkurort verlieren könnte, sprechen sich alle politischen Fraktionen einhellig gegen die Errichtung dieses Steinbruchs aus. Da es sich dabei nicht nur um eine für den Fortbestand als Luftkurort ganz entscheidende Frage handelt, wird die Stadtgemeinde Bad Ischl alle ordentlichen Rechtsmittel ausschöpfen und wenn nötig auch bei vor den Höchstgerichten gegen die Bescheide ankämpfen.

Mittendorfer gelassen
Projektbetreiber Josef Mittendorfer aus Altmünster sieht die Sache bisher eher gelassen. Er vertraue auf den Rechtsstaat. Bisher habe keine Behörde etwas gegen sein Projekt einzuwenden gehabt. An einer eventuellen Übernahme des >>>Karbach-Steinbruchs des Solvay-Konzerns in Ebensee ist er dem Vernehmen nach nicht interessiert.

Die eigentlichen Fragen dabei sind auch: Bringt dieser Steinbruch tatsächlich wichtige und zukunftweisende Arbeitsplätze für die Region? Was bringt es der lokalen Wirtschaft und dem Tourismus? Braucht der weltweit bekannte Fremdenverkehrsort Bad Ischl wirklich noch einen zusätzlichen Steinbruch auf seinem Gemeindegebiet? Oder soll sich die Gemeinde Bad Ischl mit allen erdenklichen Mitteln dagegen wehren?

Unterschriften-Liste
Wehren wir uns gemeinsam gegen diese Dreckschleuder! Unterschreiben Sie am (>>>Meldeamt ) im Stadtamt Bad Ischl oder im Büro des >>>Tourismusverbandes gegen den Steinbruch Kerschbaumeben und damit für viel frische und gesunde Luft in Bad Ischl!


home: >>>GRÜNE Bad Ischl


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